Boßeln und Rätselraten im Schneematsch – mit der Kohlkönigin unterwegs auf dem Taunuskamm
„Am achten Februar sechsundzwanzig geht’s los – geschniegelt und nicht ganz anständig.“ Mit diesen Worten lud Kohlkönigin Doris die Erste ihre Untertanen ein, ihr Aufruf galt allen – groß und klein!
Ihrer Königin Gemahl Gerhard, Hofrat seines Zeichens, hielt sehr galant alle Fäden in der Hand – führte Buch über die zahlreich Gemeldeten, überschlug den Bedarf an Proviant und erließ die Aufforderung, dass ein jeder einen Rucksack bei sich zu tragen habe. In diese füllte er Behältnisse voller wohlduftender Getränke sowie Gaumenschmaus, galt es doch, die Untertanen bei Laune zu halten.
So folgte denn eine wahrlich illustre Schar ihrer Königlichen Hoheit über verschlungene Waldwege und Taunushöhen, allerlei Neuigkeiten wurden ausgetauscht, begleitet von herzlichem Lachen.
Nach einer kurzen Rast hieß es Aufstellung nehmen zu den verschiedenen Wettkämpfen. Zum einen galt es, sein geschichtliches Wissen zu Land und Leuten der hessischen Region unter Beweis zu stellen und sich des Weiteren, der Tradition folgend, mit Kraft und Geschick in der Kunst des Boßelns zu messen … so mancher Fluch entwich manch vornehmen Munde, half einigen doch weder Kraft noch Mut noch gutes Zureden, die Kugeln verschwanden auf wundersame Weise in den Tiefen des Schnees oder der Pfützen.
Forschen Schrittes folgten die mittlerweile hungrigen Wanderer dem Lockruf von Grünkohl und Pinkel – unübertroffen köstliche Genüsse!
Ihre Hochwohlgeborenheit Doris die Erste dankte ihren Untertanen für deren Treue und hob hervor, dass ihr besonderes Wohlwollen einer liebenswerten edlen Dame gelte, die Dank der fürsorglichen Geste, das Wandervolk mit „Pinneken am Bande“ auszustatten, königliche Eignung bewiesen habe.
Silke, so der Name der edlen Dame, nahm aus königlichen Händen die Insignien der Macht entgegen und versprach, ihrem Amt gerecht zu werden.









